Wie aus der täglichen Erfahrung und der Literatur bekannt, gestalten sich Begutachtungen von Störungen, bei denen psychische und soziale Einflüsse beteiligt sind, schwierig. Dies gilt z. B. für Kopfschmerzen, Glieder- und Rückenschmerz, Herz-Kreislauf-Irritationen oder Magen-Darm-Beschwerden, wenn diese vorwiegend durch chronische Konflikte, Ängste, Depressionen, chronische Stressfolgezustände wie Burn out, Mobbing oder Arbeitslosigkeit ausgelöst worden sind.
Besonders hohe Anforderungen für die Begutachtung treten offensichtlich auf bei chronischen Schmerzerkrankungen, chronischem Tinnitus (chronischen Ohrgeräuschen) oder durch Unfälle, Überfälle oder Katastrophen verursachte posttraumatische Belastungsstörungen.
In den letzten Jahren erbrachten neue bildgebende Verfahren gerade für die letztgenannten Störungen sehr wesentliche neue Erkenntnisse. Diese helfen uns, die diffizilen Krankheitsentwicklungen und deren vielfältigen Chronifizierungsbedingungen besser zu verstehen.
Derartiges Wissen muss zwingend in die Begutachtung einfließen.
Medizinische Fachgesellschaften haben sich mit Leitlinien hierzu wiederholt positioniert.
Die vorstehend skizzierten Fragestellungen fordern Gutachter besonders, so dass gerade hier ein breites fachspezifisches Wissen, langjährige Erfahrung und interdisziplinäre Kooperation erforderlich sind.
Der Autor hat sich aufgrund der bei ihm vorliegenden Voraussetzungen vorrangig auf die Begutachtung von chronischen Schmerzerkrankungen, chronischem Tinnitus, posttraumatische Belastungsstörungen und somatofomen Störungen spezialisiert.